6. Analyse und Bewertung der Ergebnisse der Permanenten Gästebefragung
6.2 Bewertung der Besucherhäufigkeit / Rückkehrbereitschaft
Da sich das Reiseverhalten der Deutschen zunehmend ändert und der Trend in Richtung Zweit- und Dritturlaube bzw. Kurzzeiturlaube geht, bestehen für die Reiseregion Dahme-Seengebiet große Chancen für eine erneute Zunahme der Besucherzahlen. Der Anstieg der Zweit- und Drittbesucher gegenüber dem Jahr 1999, bestätigt das wachsende Interesse an der Reiseregion. Das Dahme-Seengebiet stellt eines der wichtigsten Naherholungsgebiete für die Berliner Bevölkerung dar.
Die Zahl der Kurzurlauber konnte in den letzten Jahren um 20% gesteigert werden, was auf eine Verbesserung des touristischen Angebotes und einer professionellen touristischen Vermarktung (Messen, Flyer) beruht. Des weiterenbesteht eine hohe Rückkehrbereitschaft der Gäste in die Reiseregion Dahme-Seengebiet. Ca. 10% der befragten Gäste 2001/02 würden noch in diesem Jahr erneut das Untersuchungsgebiet besuchen und ca. 30% auf jeden Fall im nächsten Jahr.
Bewertung der Attraktivitäts- und Störfaktoren
Mit seiner einmaligen Landschaft bietet das Dahme. Seengebiet unzählige Möglichkeiten für eine naturnahe Erholung. Aus der Permanenten Gästebefragung werden Störfaktoren ersichtlich, die es in Zukunft unbedingt zu verbessern gilt um die Wettbewerbsfähigkeit der Reiseregion zu gewährleisten.
Der Bereich Wassertourismus ist regional schon gut entwickelt, besitzt allerdings noch ausbaufähige Potentiale. Insbesondere dem motorisierten Wasserwandern und Kanuwandern werden große Entwicklungschancen zugebilligt. Die unzähligen Seen, die fast alle miteinander verbunden sind, bilden ideale Voraussetzungen für den weiteren Ausbau des Wasserwandertourismus im Dahme-Seengebiet.
Ebenfalls einen hohen Stellenwert in der Region besitzt der Bereich Camping. Der weiter Ausbau dieses Bereiches ist jedoch nur begrenzt machbar. Ein hoher Flächenverbrauch und schon bestehende ausreichende Kapazitäten setzen einem weiteren Ausbau bestimmte Grenzen.
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Im Dahme-Seengebiet wurde von einem großen Teil der befragten Gäste das Radwanderangebot bemängelt. Eine Verbesserung dieses Bereiches, die im Spreewald und Oder-Seengebiet schon ansatzweise vorgenommen wurden, ist von großer Bedeutung. Zur Zeit besteht noch eine große Diskrepanz zwischen dem Ist- und den "Soll" Zustand. Momentan noch schwach ausgebaut, könnte in Zukunft die Reiseregion größere Bedeutung für Freizeitfahrradfahrer erlangen. Der Ausbau von Fahrradwegen, sogar eine Anbindung an internationale Radwanderrouten, würde die touristische Erschließung der Region per Fahrrad ermöglichen, das Angebot erweitern und damit die Attraktivität für Erholungssuchende steigern.
Freizeitaktivitäten, die auf kulturellen Temenschwerpunkten basieren, wie z.B. preußische Geschichte und Militärgeschichte, sind bisher kaum augebautund besitzen auch nur geringe Entwicklungsmöglichkeiten. Aktive Freizeitgestaltung, wie sie Reiten oder Wandern/Spazieren gehen darstellen, besitzen einen mittleren Stellenwert in der Reiseregion und sind auch nur begrenzt ausbaufähig.
Die Entwicklungspotentiale sind für die eben genannten Bereiche enorm. Um die Potentiale gezielt ausschöpfen zu können, bedarf es konkreter aufeinander abgestimmte Entwicklungsmaßnahmen.
Ein weiterer Bereich den es im Dahme-Seengebiet, dem Spreewald und dem Oder-Spree-Seengebiet, zu verbessern gilt ist das Kultur- und Unterhaltungsangebot. In allen 3 Reiseregionen wurde dieser Aspekt von einem großen Teil der befragten Urlauber bemängelt. Die Tourismusverbände der einzelnen Reiseregionen stehen dort vor großen Schwierigleiten um die Entwicklung in diesem Bereich vorranzutreiben. Kultur- und Unterhaltungsangebote findet man nur in den großen Städten der Reiseregionen, dann auch nur in begrenztem Maße, und für Investoren ist es nicht lohnend sich in dem ländlichen Gefilde auszubreiten. Eine Möglichkeit die zur Verbesserung beitragen würde, wäre eine verstärkte Bekanntmachung von kulturellen Ereignissen und Informationsbroschüren von kulturellen Einrichtungen.
