5.2 Permanente Gästebefragung in der Reiseregion Dahme-Seengebiet
5.2.4 Vergleich von Ergebnissen der Reiseregion Dahme-Seengebiet mit ausgewählten Nachbargebieten
Im Punkt 5.2.3 wurden die Untersuchungsergebnisse der Permanenten Gästebefragung im Dahme-Seengebiet dargestellt. Die von den Gästen festgestellten Defizite in der Untersuchungsregion, geben Aufschluss über die notwendigen Maßnahmen, die getroffen werden müssen, um die Attraktivität des Dahme-Seengebietes zu erhöhen.
Um Verbesserungen in der Reiseregion Dahme-Seengebiet und in der Gestaltung der touristischen Angebote zu erreichen ist es erforderlich die Untersuchungsergebnisse mit ausgewählten Nachbargebieten zu vergleichen.
Die Reiseregionen Oder-Spree-Seengebiet und der Spreewald, welche unmittelbar an das Dahme-Seengebiet angrenzen, bieten gute Vergleichsmöglichkeiten. Im Jahr 1999 und 2001/02 wurden ebenfalls Gästebefragungen mit denselben Fragestellungen in diesen Reiseregionen durchgeführt.
Nachfolgend sollen nun ausgewählte Untersuchungsergebnisse aus dem Oder-Spree-Seengebiet und dem Spreewald im Vergleich mit dem Dahme-Seengebiet dargestellt werden.
Abbildung:11 Besuchshäufigkeit
Quelle: FINEIS INSTITUT GmbH, bearbeitet durch Martin Wiegmann
Die vorliegende Grafik verdeutlicht, das die Besuchshäufigkeit in den 3 untersuchten Reisegebieten keine gravierenden Unterschiede aufzeigt. Die Beliebtheit und das allgemeine Interesse am Spreewald, Dahme-Seengebiet und an dem Oder-Spree-Seengebiet werden durch den großen Anteil an Erst-/ Zweit- und Drittbesuchern bestätigt.
Ebenfalls können die Mehrfachbesucher, die als Stammgäste angesehen werden als relativ konstant in den Untersuchungsgebieten bezeichnet werden. Die einmalige Landschaftsstruktur des Spreewaldes wirkt als Besuchermagnet wovon auch die umliegenden Regionen profi-tieren. Durch verstärkte Ausgestaltung der touristischen Angebote soll die Attraktivität dieser Untersuchungsgebiete gesteigert werden, um ebenfalls an überregionaler Bedeutung zu erlan-gen.
Attraktivitäts-/Störfaktoren während des Aufenthaltes
Der Vergleich dieser Kriterien aus den ausgewählten Untersuchungsgebieten, gibt Aufschluss darüber, welche Mängel es in den einzelnen Regionen zu verbessern gilt und welche Attraktivitätsfaktoren ausbaufähig sind. Die befragten Gäste im Dahme-Seengebiet, Spreewald und Oder-Spree-Seengebiet nahmen Stellung, zu den gleichen Attraktivitäts- und Störfaktoren. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Tabelle 5: Attraktivitäts- und Störfaktoren während des Aufenthaltes
Quelle: FINEIS INSTITUT GmbH, bearbeitet durch Martin Wiegmann
In den drei zu vergleichenden Urlaubsregionen nannten die befragten Urlauber den Aspekt " Natur/Landschaft/Wald/Alleen" als Attraktivitätsfaktor am häufigsten. Das Dahme-Seengebiet konnte mit dem Aspekt " Freizeit-/Kultur-/Unterhaltungsangebote" gegenüber dem Spreewald und dem Oder-Spree-Seengebiet dominieren. Die Reiseregion Spreewald hingegen hat sich mit dem Aspekt "Wasserangebote" durchgesetzt. Die berühmten Kahnfahrten auf der Hauptspree und auf den Nebenarmen, die durch eine einmalige Landschaft führen, tragen einen beträchtlichen Anteil daran.
7,6 % der befragten Gäste im Dahme-Seengebiet nannten den Aspekt "Unterkunft/Hotellerie" als Attraktivitätsfaktor. Damit liegt dieser Aspekt im Dahme-Seengebiet höher als in den beiden anderen untersuchten Regionen. Ein Grund dafür ist, dass im Dahme-Seengebiet Objekte zur Durchführung von Seminaren und Lehrgängen bereitgestellt werden, was auch von Berli-ner Unternehmen intensiv genutzt wird.
Die Gastfreundlichste Reiseregion ist das Oder-Spree-Seengebiet. Mit den Aspekten "Radwanderangebote" und "Einkaufsmöglichkeiten" konnte die Urlaubsregion gegenüber den an-deren Untersuchungsgebieten ihre Gäste überzeugen.
Im Dahme-Seengebiet, Spreewald und Oder-Spree-Seengebiet haben fast die Hälfte der befragten Gäste keine nennenswerten Störfaktoren genannt. Die Gäste die in den Untersuchungsgebieten Mängelfaktoren nannten, lag der Mangel beim "Fließender Ver-kehr/Verkehrsanbindung" bei den Nennungen ziemlich weit vorne. Des weiteren wurde im Spreewald und im Oder-Spree-Seengebiet der Aspekt "Kultur-/Freizeit-/Unterhaltungsangebote bemängelt. Mit 15,8% der Nennungen, folgen im Dahme-Seengebiet Mängel bei den Aspekten "Wasser-/Wander-/Radangebote" und mit 9,8% der Nennungen beim Aspekt "Öffentlicher Verkehr".
Eine regionalübergreifende Zusammenarbeit mit den einzelnen Tourismusverbänden der untersuchten Regionen könnte vom großen Nutzen sein, um die dargestellten Defizite zu verbessern und die genannten Attraktivitätsfaktoren auszubauen. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel ein zusammenhängendes gut ausgebautes Fahrradwegnetz innerhalb der Reisegebiete.
Bewertung einzelner Aspekte des Angebotes
Abbildung 12: Bewertung der einzelnen Aspekte des Angebotes
Quelle: FINEIS INSTITUT GmbH, bearbeitet durch Martin Wiegmann
Um einen repräsentativen Vergleich, bei der Bewertung des touristischen Angebotes in den Untersuchungsgebieten, zu erreichen, wurden aus den Ergebnissen der Befragungen Durchschnittsnoten gebildet. Vier ausgewählte Kriterien, die gute Vergleichsmöglichkeiten bieten, sind in der vorliegender Grafik aufgezeigt und die einzelnen Reiseregionen gegenübergestellt.
Bei diesen Bewertungsfragen, konnte der Spreewald eine dominierende Stellung einnehmen. Alle Aspekte, wurden zum größten Teil mit "Ausgezeichnet", "Sehr gut" oder "Gut" bewertet. Die " Kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten" (Durchschnittsnoten: Spreewald 2,2, Oder-Spree-Seengebiet 2,5, Dahme-Seengebiet 2,7) und die "Gastronomie" (Durchschnittsnoten: Spreewald 2,4, Oder-Spree-Seengebiet 2,4, Dahme-Seengebiet 2,7) schnitten am besten ab.
Die allgemeinen Unterkunftsmöglichkeiten wurden in allen drei Reiseregionen zum größten Teil mit "Sehr gut" oder "Gut" bewertet. Jedoch auch hier konnte die Reiseregion Spreewald, nach der Gesamtbefragung, eine führende Stellung einnehmen. (Durchschnittsnoten: Spreewald 2,3, Oder-Spree-Seengebiet 2,5, Dahme-Seengebiet 2,8). Beim Kriterium "Freizeitmöglichkeiten allgemein" schnitt das Dahme-Seengebiet gegenüber den anderen beiden Regionen am schlechtesten ab.
Zusammenfassend kann gesagt werden, das alle Aspekte, die von den befragten Gästen in den einzelnen Reiseregionen bewertet worden sind mit "Sehr gut" oder "Gut" abschnitten. Verbesserungsmöglichkeiten und Problemerkennungen sind nur dann möglich, wenn Reiseregionen wie in der vorliegende Grafik gegenübergestellt werden. Bei gravierenden Unterschieden wäre der Austausch von Informationen und Ideen, zwischen den einzelnen Tourismusverbänden der Reiseregionen von großer Wichtigkeit, um die von den Urlauber dargestellten Mängel zu beheben.
