4.2 Sozioökonomische Struktur
4.2.1. Wirtschafts- und Siedlungsstruktur
Wirtschafts- und Siedlungsstrukturell weist das Dahme-Seengebiet ein deutliches Nord-Süd-Gefälle auf. Im Norden des Landkreis dominiert verarbeitendes Gewerbe, d.h. Produktions- und Dienstleistungsbetriebe sind stark konzentriert. In dem im Norden gelegenen Gemeinden ist seit der Wende 1989 ein dichtes Netz von Gewerbegebieten und großflächigen Ein-kaufseinrichtungen entstanden. Dazu gehören unter anderem das "A10-Center" in Wildau und das Gewerbegebiet in Waltersdorf. Der südliche Teil der Region bzw. die Gebiete des äußeren Entwicklungsraumes sind durch Land- und Forstwirtschaft dominiert49.
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Wichtige Industriebetriebe im Dahme-Seengebiet die ebenfalls hohe Beschäftigungszahlen aufweisen sind z.B. die Wildauer Kurbelwelle GmbH, die Kalksandsteinwerke in Niederlehme und in Diepensee die Lufthansa Flugzeugwerft. Das Projekt des Schönefelder Großflughafens Berlin-Brandenburg wirkt sich wirtschaftlich positiv auf die Region auf. Es hat unter anderem positive Impulse auf die Ansiedlung von Dienstleistungsunternehmen und auf das Baugewerbe im Untersuchungsgebiet. "Die im Norden gelegenen Gemeinden sind durch eine hohe Zahl von Arbeitspendlern gekennzeichnet. Entsprechend der Nord-Süd-Struktur schwankt die Arbeitslosenzahl zwischen 14 %-18%50.
Die nördlich gelegenen Gemeinden des Untersuchungsgebietes zählen zum engeren Verflechtungsraum von Berlin und sind durch eine starke Siedlungsentwicklung gekennzeichnet. Eine deutliche Siedlungsentwicklung lässt sich bei den Gemeinden Königs Wusterhausen, Wildau, Eichwalde, Zeuthen, Schulzendorf und Bestensee erkennen. Man kann sagen, dass sich zwischen Bestensee und Eichwalde ein geschlossenes Siedlungsband erstreckt51. So unterschiedlich wie die Wirtschaftsstruktur im Untersuchungsgebiet geprägt ist, so differenziert ist auch die Bevölkerungsdichte. "Die Gesamtbevölkerung des Landkreises LDS liegt bei ca. 154.000 Menschen. Im Norden des Dahme-Seengebietes liegt die Bevölkerungsdichte über 200 EW/ km² und im Süden des Untersuchungsgebietes bis 20 EW/ km²52." Insgesamt leben im Dahme-Seengebiet ca. 100.000 Menschen53.
Der Dahme-Seengebiet verzeichnete in den letzten 5 Jahren einen geringen Bevölkerungszuwachs . Insbesondere die Gemeinden die sich im engeren Verflechtungsraum Berlin-Brandenburg befinden, sind durch ein Bevölkerungszuwachs gekennzeichnet.
Charakteristisch für das gesamte Land Brandenburg ist die hohe Anzahl an Gemeinden mit sehr geringen Einwohnerzahlen. Die durchschnittliche Gemeindegröße liegt hier bei 1.500 Einwohnern, der Bundesdurchschnitt liegt bei 5000 Einwohnern pro Gemeinde . Die histo-risch gewachsenen Ballungs- und Siedlungsräume im Berliner Umland haben sich sternförmig entlang der Verkehrswege von Berlin ausgehend entwickelt56.
Um dem starken Nord-Süd-Gefälle zwischen den Gemeinden im Untersuchungsgebiet entgegenzuwirken wurde ein Landesentwicklungsplan erstellt. Er sieht für die Gemeinden innerhalb und außerhalb des engeren Verflechtungsraumes Verdichtungsachsen für Siedlung, Gewerbe und Verkehr vor57. Dazu gehört eine Nord-Süd-Achse, die von Bohnsdorf aus über Königs Wusterhausen, Bestensee bis nach Lübben verläuft, sowie eine Ost-West-Achse, die von Zossen über Mittenwalde, Bestensee bis nach Storkow führt. Die zwischen diesen Achsen gelegenen Freiräume stellen Reserveflächen für Siedlungserweiterungen dar, und werden gegenwärtig als Erholungsflächen sowie für den Ressourcen- und Naturschutz genutzt58.
49 vgl. Reppel&Lorenz,1999
50 vgl. Arbeitsamt LDS, 2003
51 vgl. Reppel&Lorenz, 1999
52 vgl.Reppel&Lorenz, 1999 S.5
53 Tourismusverband Dahme-Seen e.V.
54 vgl. Statistisches Jahrbuch Brandenburg, 2002
55 ebd., S.100
56 vgl. Landplan GmbH
57 vgl. Reppel&Lorenz 1999/Landplan GmbH
58 vgl. Reppel&Lorenz, 1999 S.5
